24.01.20 – Kurs auf „fühlende“ Computer

Neues Entwicklungszentrum für intelligente Sensortextilien

Smart Textiles-Lap will mit Produkten und Technologien neue Wertschöpfungsmöglichkeiten rund um Textilien mit integrierter Elektronik erschließen.

Smart-Textiles-Lab-der-Smart.jpg

Europas erstes firmenoffenes Entwicklungszentrum für intelligente Sensortextilien hat im November seine Arbeit in der Bodenseeregion aufgenommen. © Oertel

 

Europas erstes firmenoffenes Entwicklungszentrum für intelligente Sensortextilien hat im November seine Arbeit in der Bodenseeregion aufgenommen. Im Smart Textiles-Lap sollen mit zukunftsfähigen innovativen Produkten und Technologien neue Wertschöpfungsmöglichkeiten rund um Textilien mit integrierter Elektronik erschlossen werden.

Betreiber am Standort Lustenau (Vorarlberg) ist die Smart Textiles Plattform Austria, ein Firmen- und Wissenschaftsverbund der drei deutschsprachigen Anrainerstaaten am Bodensee mit Fokus auf Sensor-Textilien für den Einsatz in Bekleidung, Pflege, Medizintechnik und der Industrie.

Im Lab sind erste Produkte mit Textilintelligenz, darunter eine Schuh-Einlage mit Drucksensoren, eine Bettunterlage mit Nässe- bzw. Bewegungserkennung sowie ein Sportshirt mit Vitaldatenerkennung ebenso zu sehen wie zahlreiche Prototypen für den Einsatz im sogenannten „Internet der Dinge“ (IoT).

Mehrere Studien belegen: In der Vernetzung von Produkten mit dem Internet werden intelligente Textilien eine Schlüsselrolle speziell im Umfeld von Wearables sowie in den Bereichen eSport, Sicherheit, Gesundheit oder der Überwachung von Anlagen und Maschinen einnehmen.

Die auch mit Unterstützung der öffentlichen Hand geschaffene Einrichtung verfügt auf 350 qm Fläche über einen Show- und Projektroom sowie ein Entwicklungslabor, das auch von Kunden von Netzwerkmitgliedern für erste Umsetzungsschritte smarttextiler Konzepte für neue Wearables bzw. eTextilien genutzt werden kann. Dem hier jetzt im Lab auch räumlich angesiedelten Netzwerk gehören mittlerweile 64 Mitglieder vorwiegend aus der D.A.CH-Region (u. a. auch das TITV Greiz) an, die die Starter-Kits für Smart Textiles wie auch die zugehörige Textil- und Labortechnik kostenlos nutzen können.

Netzwerkchef Günter Grabher (Grabher Group) sprach von einem Meilenstein für die praxisnahe Umsetzung von smarten Ideen in funktionierende textil-elektrische Prototypen.

Günther Grabher, Grabher Group:

„In diesen Räumen sollte es den Netzwerkteilnehmern gemeinsam mit ihren jeweiligen Kunden gelingen, neue Ideen zeitnah in funktionierende Prototypen umzusetzen.“

Grabher kündigte an, demnächst im Rahmen der Plattform Austria mit Blick auf Künstliche Intelligenz ein interdisziplinäres Projekt anzuschieben, bei dem via Smart Textiles menschliche Emotionen auf Computer übertragen werden sollen. Der weltweit erste „fühlende“ Computer solle den Namen L.U.C.E.S.S. (Lustenauer Computer Emotion Sensor Systems) tragen. Dabei sollen via Textilsensorik menschliche Emotionen erkannt werden. Ziel ist es, Teile der Gefühlswelt zu erfassen und für den Computer abzubilden.