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13.01.17 – Nachgefragt – wie war das Baumwolljahr 2016?

Indien

Für Dr. Keshav Kranthi sind in Indien die klimatischen Bedingungen für die Baumwollerzeugung ideal.

Dr. Keshav Kranthi

Dr. Keshav Kranthi, Director, ICAR-Central Institute for Cotton Research, Maharashtra, Indien.

 

Herr Dr. Kranthi, was sind Schlüsseltechnologien auf dem Weg zu einem nachhaltigen indischen Baumwollanbau?

Dr. Keshav Kranthi: „Indien weist die größte Baumwollanbaufläche der Welt auf. Die klimatischen Bedingungen sind für die Baumwollerzeugung ideal. Das Land hat ein unglaubliches Potenzial zur Übernahme der globalen Marktführerschaft. Durch eine nicht den Gegebenheiten angepasste Ausnutzung der technologischen Möglichkeiten wird ein Fortschritt jedoch behindert. Es besteht eindeutig die Notwendigkeit, sich von existierenden Systemen zu lösen und Alternativen anzusteuern, die höhere Erträge in Kombination mit niedrigeren Produktionskosten und nachhaltigeren Technologien ermöglichen. Im Zeitraum 2006-2015 schwankten die Erträge in Indien zwischen 484 und 566 kg Fasern pro Hektar.

Im Vergleich dazu erreichten Australien, Brasilien, China, die Türkei, Mexiko und Israel Erträge von über 1.500 kg Fasern pro Hektar. Es ist somit sinnvoll, die von diesen Ländern eingesetzten Schlüsseltechnologien hinsichtlich ihrer Eignung für Indien und andere Länder mit großen Baumwollanbauflächen zu untersuchen, um nur die Technologien zu verwenden, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit ihren Bedürfnissen und lokalen Bedingungen am ehesten entsprechen.

Nachhaltige Produktionstechnologien, die in China, Australien, der Türkei und Brasilien eingesetzt werden, sind:

  1. Züchtung von Varietäten mit sympodialer, kompakter Architektur und kurzem Internodium für hohe Anbaudichte und Maschinenpflücke
  2. Züchtung von Varietäten mit kurzer Reifedauer (150-160 Tage) und hohem Ernteindex (0,8-1,0) in Kombination mit robustem Setzling und kraftvoller Verwurzelung
  3. Hohe Anbaudichte von 168.000 bis 300.000 Pflanzen pro Hektar
  4. Fruchtwechselwirtschaft mit Leguminosen zwecks Stickstoffbindung und Bodenaufbereitung
  5. Gezieltes Blattdach-Management zur Optimierung der Sonneneinstrahlung durch manuelle Eingriffe (China & Türkei) oder Chemikalien (Brasilien und Australien)
  6. Geringstmöglicher Einsatz von Insektiziden zu Beginn der Saison und sorgfältige Auswahl biologisch kontrollierter, umweltfreundlicher Insektizide (wie in Australien und der Türkei) Hocheffizientes, saisonübergreifendes Schädlingsmanagement unter Erhalt von naturgegebenen Schädlingskontrolle.
  7. Schwerpunkt bei gesunder Bodenbewirtschaftung und Maximierung des effizienten Verbrauchs von Wasser, Stallmist, Düngemittel, Pestiziden und biologischen Hilfsmitteln
  8. Effizienzsteigerung bei Nährstoffen, Wasser und Insektiziden durch Anwendung der Strategien INM (Integriertes Nährstoffmanagement), IWM (Integriertes Wassermanagement), IRM und IPM (Management von Insekten-Resistenzen und Schädlingsbefall)“

Quelle: Bremen Cotton Report NR. 49/50 - 22. Dezember 2016
Herausgeber des Bremen Cotton Report ist die Bremer Baumwollbörse. Mehr zur Geschichte sowie den heutigen Aufgaben und Zielen der Baumwollbörse unter www.baumwollboerse.de

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